„Die glücklichste Zeit? Das können Sie sich vorstellen, dass das die Befreiung war!“*

Am 9.2.2011, wenige Tage vor‘m 13.2., wird die gruppe.cartonage wieder nach bester Art vegane Gaumenfreuden kredenzen: 20:00 öffnet sich die Küchentür im az conni für die vokü-Gäste.

Bei der Bestimmung des politischen Desserts warf der 13.2. seine Schatten voraus. Und so verbanden sich mehrere Ideen:
Aus aktuellem Anlass wollen wir das Kriegsende als Befreiung vom Nationalsozialismus thematisieren. Unser Fokus liegt dabei auf Erzählungen von Sinti und Roma – auf der Schilderung von Erlebnissen während des Nationalsozialismus, den Tagen der Befreiung und in den Jahren danach.
Wir entschieden uns für die Gruppe der Sinti/Roma unter dem Eindruck der Massenabschiebungen aus Frankreich im vergangenen Sommer, sowie Berichten von Ausgrenzungserfahrungen in ganz Europa. Nachdem erst 1982 die Verfolgung der Sinti/Roma im Nationalsozialismus durch den Bundeskanzler Helmut Schmidt als Völkermord anerkannt wurde, ist auch heute die Stellung von Sinti/Roma im ‚aufgeklärten‘ Europa ungewiss und unsicher. Diskriminierungserfahrungen von Beschimpfung bis zur Verfolgung bleiben Alltagserfahrungen. Vier kurze Erzählungen sollen am 9.2. an erfahrenes Unrecht erinnern und dadurch auch heutige Zustände kritisieren.

Dabei sollen nicht Gruppen von Verfolgten im Nationalsozialismus zahlenmäßig oder anhand der Schwere der Verfolgung aufgewogen werden. Stattdessen wollen wir – der Titel unserer Veranstaltung sagt es bereits – dem Opfermythos in Dresden und ganz Deutschland eine Deutung entgegensetzen, die die Zerstörung von Städten und Militärstützpunkten als notwendigen Bestandteil der kommenden Befreiung versteht.

*) Zitat aus Krausnick, Michail (Hrsg) (1988): Da wollten wir frei sein! Eine Sinti-Familie erzählt. Weinheim: Beltz





Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: