Archiv für Oktober 2013

„Machen sie den einen Weg zu, nehmen wir eben einen anderen.“

Lebensrealitäten von Transmigrant_innen in Marokko vor dem Hintergrund europäischer Grenzkontrolle

Flyer cartonage November 2013

Beschreibung:

Marokko ist ein wichtiges Transitland für Menschen, die aus Ländern südlich der Sahara nach Europa gelangen wollen. Doch für viele stellt das Land zunächst die Endstation ihrer Reise dar.
14 km misst die Meerenge zwischen Spanien und Marokko. 2002 wird ein radargestütztes Grenzüberwachungssystem an der andalusischen Küste ausgebaut, das illegale Bootsüberfahrten frühzeitig ortet.
Im Herbst 2005 werden die Grenzzäune der beiden spanischen Exklaven Ceuta und Melilla militärisch aufgerüstet. Ein Wall aus drei 6 Meter hohen Zäunen, dazwischen Tränengasanlagen.
Bei der europäisch-afrikanischen Migrationskonferenz 2006 in Rabat wird ein Aktionsplan ausgearbeitet. Für die Bekämpfung der illegalen Migration nach Europa werden Marokko 67 Millionen Euro bereitgestellt.
Am 07.06.2013 beschließen die EU und Marokko ein Mobilitätsabkommen, demzufolge Marokko sich als ein der EU benachbartes Drittland verpflichtet, abgeschobene Migrant_innen wieder aufzunehmen.

Im Vortrag wird dargestellt, wie Marokko zum Grenzwächter des europäischen „Migrationsmanagements“ wurde. Insbesondere geht es aber um Menschen. Darum, wie sie in den Wirrungen von Ablehnung und Gewalt in Marokko über- und weiterleben und welche Strategien und Strukturen sie auf ihrem Reiseweg dazu entwickelt haben.

gruppe.cartonage in eigener Sache: VERSTÄRKUNG GESUCHT!

Aufgrund persönlicher/beruflicher Veränderungen ist unsere Gruppe in den letzten Monaten geschrumpft. Damit wir unsere monatliche „Küfa mit politischem Dessert“ und weitere Aktivitäten auch zukünftig hinbekommen, sind wir auf tatkräftige Unterstützung angewiesen. Vielleicht hast du Lust, dich bei uns einzubringen? Aktiv mitmischen kannst du sowohl beim Ausdenken und Kochen der kulinarischen Leckerbissen für die monatliche Küfa* als auch beim Vorbereiten und Kredenzen des politischen Desserts (= des inhaltlichen Veranstaltungsteils, der ja eigentlich das Hauptgericht darstellt). Wenn du also Interesse am Themenbereich Asyl/Flucht/Migration/Rassismus (Vorkenntnisse sind nicht erforderlich) und zudem ein wenig Zeit zur Mitarbeit hast, dann schicke uns doch eine Mail – wir melden uns bei dir.

*) „Küche für alle“ – wir kochen gemeinsam und geben das Essen gegen Spende ab

Hoyershagen reloadet? Kontinuitäten und Entwicklungen rassistischer Hetze gegen Asylsuchendenheime seit Anfang der 90er Jahre

Flyer Hoyershagen reloadet

Im nationalen Vereinigungstaumel zu Beginn der 1990er Jahre wurde die eben erweiterte Bundesrepublik Schauplatz einer Serie offener rassistischer Gewaltexzesse. Namen Wie Hoyerswerda, Rostock Lichtenhagen, Mölln oder Solingen sind untrennbar mit den Ereignissen dieser Zeit verbunden. Im Osten der Republik braute sich vor Asylunterkünften eine explosive Mischung aus pöbelndem Bürger_innenmob und Nazis zusammen, um die deutsche Einheit nach ihrer völkischen Fasson zu vollenden.
Wie sieht die Situation 20 Jahre später aus? Nach einem scheinbaren Abflauen der völkischen Grundstimmung (rassistische Übergriffe auf Asylsuchende und deren Unterkünfte waren auch in der Folgezeit regelmäßig zu verzeichnen) sind seit einigen Jahren wieder häufiger Aktivitäten aus der sog. „Mitte der Gesellschaft“ gegen die Unterbringung von Asylsuchenden im Wohnumfeld zu beobachten. Wieder äußern „unbescholtene“ Bürger_innen offene rassistische Ressentiments gegen Geflüchtete und beteiligen sich gemeinsam mit Neonazis an Initiativen, um die Aufnahme von Asylsuchenden im Ort/Wohngebiet zu verhindern.
Was haben die neuerlichen Ereignisse mit denen von Anfang der 1990er Jahre gemeinsam, wo gibt es Unterschiede? Anhand ausgewählter Ereignisse wollen wir den Blick auf das Zusammenspiel von Bürger_innen und Nazis werfen, die diesbezügliche Berichterstattung in der lokalen und überregionalen Presse beleuchten, den vorherrschenden Sprachgebrauch thematisieren, aber auch auf Gegenproteste und Solidarisierungsaktionen eingehen. In der gemeinsamen Diskussion mit allen Anwesenden möchten wir uns darüber austauschen, inwieweit unter den derzeitigen gesellschaftlichen Bedingungen eine Neuauflage der Ereignisse aus den frühen 1990er Jahren zu befürchten ist.




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