Archiv für Januar 2015

Lesung: „Am Fuße der Festung“ mit anschließender Diskussion

Mi., 11.2.15, 20 Uhr, Kukulida e.V. (Martin-Luther-Straße 1)

- ACHTUNG ORTSÄNDERUNG: Die Veranstaltung findet dieses Mal aufgrund von Sicherheitsvorkehrungen nicht im AZ Conni statt, sondern im KUKULIDA –

Küfa
mit politischen Dessert:

Als erstes Land im Mittelmeerraum ist Marokko 2013 mit der EU eine Mobilitätspartnerschaft eingegangen. Diese soll offiziell dazu dienen, einen gut organisierten Personenverkehr zu gewährleisten. Im Rahmen dieser „Partnerschaft“ verhandelt die EU aber gegenwärtig um ein Rückübernahmeabkommen, womit jede Person, welche irregulär europäisches Territorium betritt, umgehend zurück nach Marokko abgeschoben werden könnte.

Für die Reisenden vor den Toren Europas ein Albtraum: Sie wären für immer in dem Land gestrandet, welches für sie jeden Mythos von Gastfreundschaft verloren hat. In Marokko sind sie täglich rassistischen Übergriffen, Misshandlungen durch die Polizei und existenziellen Nöten ausgesetzt. Denn seit Jahren übernimmt Marokko die Rolle des Polizisten an der Grenze Europas. Bezahlt wird das Königreich für die Kooperation mit Entwicklungshilfegeldern und Handelsliberalisierungen. So floss von 2007 bis 2013 mehr als eine Milliarde Euro im Rahmen der Europäischen Nachbarschaftspolitik nach Marokko – soviel wie sonst in kein anderes Land.

In seinem Buch „Am Fuße der Festung“ zeichnet Johannes Bühler die Erzählungen von fünfzehn Menschen auf, die mit der Sehnsucht nach einem besseren Leben in Marokko gestrandet sind. Ihre Lebenswege handeln vom Aufbrechen, Fliehen, Stranden und Hoffen. Aber auch davon, wie ihr Schicksal unweigerlich mit der Geschichte Europas zusammenhängt.

Weitere Informationen

Lesung 11.2.

„At the foot of the fortress“ with following discussion
As the first country in the Mediterranean area Marocco contracted a „mobility partnership“ with the EU (2013).
Officially this was to guarantee a well organized movement of „travellers“. But in fact the EU is negotiating a convention about retransfer, which contains the possibility to deport every person who enters european territory irregularly, immediately.

This is a nightmare for „travellers“ outside the European Fortress: they would be stranded in a country that for them offers everything but hospitality: In Marocco refugees are daily confronted with racist attacks, abuse by police and existential neediness.
Since three years Marocco is acting as European Border Police. For that support european countries pay with development aid and trade liberalisation.
Therefore from 2007-2013 the EU payed more than a million € to Marocco- more than to any other country.
In his book „At the foot of the fortress“ Johannes Bühler illustrates the stories of 15 people who have, during their seek for a better life, stranded in Marocco.
Their stories are about taking off, escaping, being stranded and hoping, but also about how their destiny is insolubly connected to the story of Europe.

Achtung – Programmänderung aufgrund aktuellen Ereignisses

Uns erreichte die Nachricht, dass am Dienstagmorgen, 13.01.2015 der 20-jährige aus Eritrea geflüchtete Khaled Idris Bahray in Dresden tot aufgefunden wurde.

Hier weitere Informationen zum Tod von Khaled Idris Bahray:
Der Tod von Khaled macht uns fassungslos! Der 20-jährige Eritreer wurde in der Nacht zu Dienstag im Dresdner Südosten offensichtlich getötet. Unsere Anteilnahme gilt den Freunden und der Familie! Khaled ist aus Eritrea geflüchtet, weil er dort politische Repressionen erlitten hat. Hier in Deutschland suchte er Schutz und Hilfe. In Dresden ist dieser Wunsch gestorben.
http://www.remembering-khaled.org/

‚Innovative Wohnformen für Asylsuchende – Chancen für mehr Interaktion im Stadtteil‘

14.1.2015, 20 Uhr, AZ Conni

Es erscheint beinahe anachronistisch, sich in Zeiten, da sich der geballte Bürger_innenmob gegen die Aufnahme von Asylsuchenden formiert, mit alternativen Unterbringungsmöglichkeiten jenseits des Heimes/Lagers zu beschäftigen. Wir wollen es dennoch tun – am Beispiel des „Grandehotel Cosmopolis‘ in Augsburg und des Leverkusener Modells der dezentralen Unterbringung werden menschenwürdigere Formen der Unterbringung Asylsuchender und deren Wirkung in den Stadtteil hinein vorgestellt.




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