9.1. AZ Conni | Menschenrechtsverletzungen in Libyen

Ort: AZ Conni, Rudolf-Leonhard-Straße 39, Dresden

20:00* vegane küfa à la cartonage

20:30 politischer Nachtisch**:

Themenabend zur Menschenrechtssituation in Libyen
Bericht von Amnesty International Dresden und NAMF (Netzwerk Asyl Migration Flucht)

Der arabische Frühling beendete die Diktatur Muammar al-Gaddafis in Libyen, die Menschenrechtslage hat sich seitdem aber nicht gebessert. Das Land ist von zwei Bürgerkriegen erschüttert worden und aktuell konkurrieren militärische Gruppierungen und Milizen um die Vorherrschaft. Dabei entflammen immer wieder bewaffnete Konflikte, in denen auch Zivilpersonen getötet, verletzt oder vertrieben werden.

Im Report zur Lage der Menschenrechte in Libyen 2017/18 schreibt Amnesty International: „Sowohl militärische Kräfte der rivalisierenden Regierungen als auch bewaffnete Gruppen und Milizen begingen 2017 schwere Verletzungen des Völkerrechts und Menschenrechtsverstöße, ohne dafür zur Verantwortung gezogen zu werden. Alle Konfliktparteien verübten wahllose sowie gezielte Angriffe auf dichtbesiedelte Gebiete, die zum Tod von Zivilpersonen und rechtswidrigen Tötungen führten. Tausende Menschen wurden von bewaffneten Gruppen verschleppt, willkürlich festgenommen und zeitlich unbegrenzt inhaftiert. In den Gefängnissen waren Folter und andere Misshandlungen an der Tagesordnung. Dies galt auch für Hafteinrichtungen unter Kontrolle bewaffneter Gruppen und Milizen.“

Von diesen schweren Menschenrechtsverletzungen ist nicht nur die libysche Bevölkerung betroffen, sondern auch schätzungsweise 1 000 000 Migrant*innen und Geflüchtete.

Viele dieser Menschen kommen aus westafrikanischen Ländern und möchten von Libyen aus über das Mittelmeer nach Europa gelangen. Sie sind in Libyen besonders gefährdet: Systematisch werden Migrant*innen von Schleppern und in Haftzentren ausgebeutet und misshandelt. Zehntausende sitzen unter menschenunwürdigen Bedingungen in diesen meist illegalen Haftzentren fest.

Dennoch kooperieren europäische Regierungen mit der libyschen Küstenwache, um die Grenzen Europas weiter abzuschotten. „Trotz der schrecklichen Menschenrechtsverstöße, die Menschen auf der Flucht und Migrantinnen und Migranten durch die libysche Küstenwache und in den Hafteinrichtungen in Libyen drohen, arbeiten europäische Regierungen mit den libyschen Behörden zusammen, um diese in Libyen festzusetzen. Die Pläne, diese Externalisierungspolitik auf die ganze Region auszuweiten, sind zutiefst beunruhigend“, so Matteo de Bellis, Experte für Asyl und Migration bei Amnesty International. (Artikel zu Thema hier)

Wir möchten euch einen Überblick über die Menschenrechtslage in Libyen und die Situation der dort lebenden Migrant*innen geben. Der Abend wird organisiert von der Gruppe cartonage in Zusammenarbeit mit der Amnesty International Hochschulgruppe Dresden und dem Netzwerk Asyl, Migration, Flucht Dresden.

Die Amnesty International Hochschulgruppe Dresden organisiert Veranstaltungen wie Ausstellungen, Themenabende oder Unterschriftenaktionen zu verschiedenen Menschenrechtsthemen. In den letzten Jahren lag das Augenmerk besonders auf Flucht und Asyl, Frauen*rechten, Wirtschaft und Rüstung sowie Menschenrechtsbildung.

Das Netzwerk Asyl, Migration und Flucht Dresden setzt sich für die Rechte von Migrant*innen, insbesondere von Geflüchteten und Asylsuchenden, ein. In der Veranstaltungsreihe BURNING THE BORDERS geht es um die Bedeutung von Grenzen auf globaler und lokaler Ebene, um Flucht, Widerstand und Solidarität.

*) Wer beim Vorbereiten und Kochen unterstützen möchte, ist ab 17:30 Uhr in der Küche gern gesehen.

**) We aim to provide simultaneous translation into English. Whisper translation into other languages are more than welcome! Wir bemühen uns, eine simultane Übersetzung ins Englische bereitzustellen. Flüsterübersetzungen in weitere Sprachen sind herzlich willkommen!
gruppe.cartonage.


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